Tolle Moral nach Abwehrpatzern
Fußball-Hessenliga: A-Junioren des Lichtenauer FV holen gegen OSC
Vellmar einen 1:3-Rückstand auf
Von Eckehard Meyer
Hessisch Lichtenau. Mal betätigte er sich als Romanschreiber und
kritzelte eifrig seinen Notizblock voll, mal war er lautstarker
Motivator am Spielfeldrand. Wolfgang Zientek war im Heimspiel seiner
A-Junioren des Lichtenauer FV gegen den OSC Vellmar voll gefordert. In
gewohnt knalliger Form prangerte er haarsträubende Fehler seiner
Hintermannschaft an, um seine Schützlinge bei einem gelungenen Angriff
gleich wieder in den höchsten Tönen zu loben.
Leidenschaft pur eben beim Trainer des Hessenliga-Aufsteigers, der
beim zweiten Auftritt vor heimischem Publikum zu einem gerechten 3:3
(1:3)-Unentschieden gegen die vorher noch punktlosen Gäste kam. "Man
muss sich auch mal aufregen und grobe Fehler ansprechen, denn diese
rächen sich in dieser hohen Klasse immer fürchterlich", urteilte der
LFV-Coach nach einer Partie voller Licht und Schatten.
In Lichtenaus Hintermannschaft funktionierte zunächst nichts.
Immer wieder musste der noch vor der Pause gegen Radisavjevic
ausgewechselte Menzel den zweifachen OSC-Torschützen Schöttner ziehen
lassen. "Die Abstimmung hat überhaupt nicht gepasst, erst nach einer
Umstellung von der Vierer- auf die Dreierkette ist das besser geworden",
sagte Zientek.
Nach dem Abpfiff nahm er seine Schützlinge nochmals ins Gebet und
zeigte die gemachten Fehler auf, dennoch war er am Ende auch ein
bisschen stolz auf seine Truppe. "Nach einem 1:3-Rückstand muss man erst
einmal wieder ins Spiel finden, und das hat meine Mannschaft wirklich
prima gemacht", so die lobenden Worte.
Dabei sah es zunächst gar nicht gut für die Gastgeber aus.
Mittelstürmer Degenhardt versiebte eine Riesenchance zum 1:1-Ausgleich
(28.), gleich im Gegenzug schaffte Schöttner das 0:2. Und nochmals
wurden die Lichtenauer aus allen Träumen gerissen, als nach Arslans
Anschlusstreffer erneut Schöttner noch in der gleichen Minute zum 1:3
traf (32.). "Solche Mängel in der Defensive müssen wir künftig unbedingt
abstellen und das wird jetzt auch im Training intensiv geübt", erklärte
Zientek.
Seine Elf wurde in der zweiten Hälfte immer besser, schnürte den
Gegner phasenweise regelrecht in dessen Hälfte ein und hatte weitere
Riesenmöglichkeiten durch Degenhardt (65.), Naseri (69.), Macioschek
(71.) und Radisavjevic (87.). Allerdings geriet auch der LFV bei einigen
blitzschnellen Gegenattacken des OSC vorm eigenen Gehäuse noch mächtig
in die Bredouille.
Lichtenauer FV: Dickert - S. Malzfeld, Brandner (46. T. Malzfeld),
Menzel (42. Radisavjevic), Schanze, Mobarak, Macioschek (76. Hein),
Arslan, Schaumburg (86. Lutterop) - Degenhardt, Naseri.
Tore: 0:1 Lohne (14.), 0:2 Schöttner (28.), 1:2 Arslan (32.), 1:3
Schöttner (32.), 2:3 T. Malzfeld (47.), 3:3 Degenhardt (61.).
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